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  • SIBO natürlich behandeln: Ernährung, Pflanzen & Verdauung

    21. Okt 2025

    SIBO kann unter anderem durch eine angepasste Ernährung, pflanzliche Wirkstoffe sowie Maßnahmen zur Unterstützung der Verdauung und Darmbewegung natürlich begleitet werden. Je nach individueller Situation können auch Verdauungsenzyme, Bitterstoffe, Probiotika oder Maßnahmen zur Unterstützung einer ausreichenden Magensäure relevant sein.

    Bei SIBO ist es wichtig, mögliche Ursachen und begünstigende Faktoren der bakteriellen Fehlbesiedlung zu berücksichtigen. Dazu zählen zum Beispiel eine verlangsamte Darmbewegung, eine gestörte Verdauung oder zu wenig Magensäure.

    Was ist SIBO und wieso bekommt man das?

    SIBO, auch Small Intestinal Bacterial Overgrowth, ist eine Fehlbesiedlung des Dünndarms mit zu vielen oder ungünstig zusammengesetzten Bakterien. Sie kann entstehen, wenn Bakterien nicht ausreichend aus dem Dünndarm weitertransportiert werden oder natürliche Schutzmechanismen der Verdauung gestört sind.

    Sellge und Ockenga (2024)¹ beschreiben in einer Übersichtsarbeit, dass eine Dünndarmfehlbesiedlung unter anderem begünstigt werden kann, wenn:

    • der Darm zu langsam arbeitet, 
    • zu wenig Magensäure gebildet wird
    • oder zu wenige Verdauungsenzyme zur Verfügung stehen. 

    Welche Faktoren bei einer SIBO eine Rolle spielen, kann von Person zu Person unterschiedlich sein.

    Was sind die typischen Symptome einer bakteriellen Fehlbesiedlung?

    Eine Dünndarmfehlbesiedlung kann sich durch verschiedene Verdauungsstörungen bemerkbar machen. Typische Symptome sind vor allem:

    • Blähungen
    • ein aufgeblähter Bauch
    • Völlegefühl
    • Bauchschmerzen oder Bauchbeschwerden
    • Durchfall
    • Verstopfung

    In einem Review weisen Quigley et al. (2020)² darauf hin, dass bei stärker ausgeprägter SIBO auch die Nährstoffaufnahme gestört sein und dadurch Nährstoffmängel entstehen können. 

    Bei länger anhaltenden Beschwerden bei SIBO oder bestimmten Warnzeichen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Dazu zählen insbesondere:

    • ungeklärter Gewichtsverlust
    • starke oder zunehmende Schmerzen
    • Blut im Stuhl
    • Fieber
    • ausgeprägte Nährstoffmängel

    Wie stark die Beschwerden bei einer Dünndarmfehlbesiedlung ausgeprägt sind, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, welche Ursache hinter der Fehlbesiedlung steckt.

    Was sind die Ziele der natürlichen SIBO-Behandlung?

    Eine natürliche Behandlung von SIBO kann vier zentrale Ziele verfolgen:

    1. die bakterielle Überwucherung im Dünndarm reduzieren,
    2. die natürliche Verdauung unterstützen,
    3. die Darmbewegung und den Weitertransport des Darminhalts fördern
    4. und mögliche Ursachen berücksichtigen, um einer erneuten Fehlbesiedlung vorzubeugen.

    Welche Ziele bei der natürlichen SIBO-Behandlung besonders wichtig sind, hängt davon ab, was die Fehlbesiedlung im Dünndarm verursacht oder begünstigt.

    Wie lange dauert eine natürliche SIBO-Behandlung?

    Für die natürliche Behandlung von SIBO gibt es keine allgemeingültige Dauer. Wie lange eine Behandlung sinnvoll ist, hängt unter anderem ab von:

    • der Ursache,
    • der Stärke der Beschwerden
    • und dem individuellen Verlauf.

    Bei pflanzlichen Ansätzen gegen SIBO wurden in Studien unterschiedliche Behandlungszeiträume untersucht. Chedid et al. (2014)³ setzten pflanzliche Präparate vier Wochen lang ein, Min et al. (2024)⁴ untersuchten eine pflanzliche Kombination über zehn Wochen.

    Wichtig ist außerdem: Eine natürliche SIBO-Behandlung sollte regelmäßig anhand der Beschwerden und gegebenenfalls diagnostischer Befunde überprüft werden.

    Ist eine natürliche SIBO-Behandlung besser als Antibiotika?

    SIBO natürlich zu behandeln ist nicht grundsätzlich besser als eine Behandlung mit Antibiotika. Antibiotika gehören bei diagnostizierter Dünndarmfehlbesiedlung zu den etablierten medizinischen Möglichkeiten. Pflanzliche Ansätze sind ebenfalls interessant und können Pflanzenstoffe mit antimikrobiellen oder verdauungsbezogenen Eigenschaften enthalten.

    Überblick: Antibiotika oder pflanzliche Präparate bei SIBO?


    Antibiotika

    Pflanzliche Präparate

    Vorteile

    Sie sind bei SIBO besser untersucht und werden in Leitlinien, wie der ACG-Leitlinie Pimentel et al. (2020)⁵, als mögliche Behandlungsoption genannt.

    Sie können einen positiven Effekt auf den Atemtest haben. Verschiedene Pflanzenstoffe können zudem antimikrobielle Eigenschaften besitzen und je nach Zusammensetzung Bereiche der Verdauung unterstützen.


    Nachteile

    Können Nebenwirkungen verursachen und bei wiederholter Anwendung Antibiotikaresistenzen begünstigen.

    Die Datenlage ist bislang begrenzt. Es gibt keine einheitlich festgelegten Pflanzenkombinationen, Dosierungen oder Anwendungszeiträume.

    Studienlage

    Shah et al. (2013)⁶ beschreiben Rifaximin als das am häufigsten untersuchte Antibiotikum bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung.

    Chedid et al. (2014)³ fanden nach vier Wochen bei 46 % der pflanzlich behandelten Teilnehmenden und bei 34 % der mit Rifaximin behandelten Teilnehmenden einen negativen Atemtest.

    Einordnung

    Eine etablierte medizinische Möglichkeit bei einer diagnostizierten Dünndarmfehlbesiedlung.

    Eine mögliche natürliche Alternative, deren Potenzial weiter untersucht wird.


    Bei einem SIBO-Atemtest wird gemessen, ob bestimmte Gase in der Ausatemluft nach dem Trinken einer Testlösung deutlich ansteigen. Ein positives Ergebnis kann auf eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms hinweisen. Ein negatives oder unauffälliges Ergebnis bedeutet, dass dieser typische Gasanstieg nicht festgestellt wurde.

    Wichtig ist, welche natürliche SIBO-Behandlung zur Ursache, zur Art der Fehlbesiedlung und zur individuellen Situation passt.

    Wie ernähre ich mich richtig bei SIBO? Was sollte ich bei SIBO essen – und was nicht?

    Bei SIBO gibt es keine einheitliche Ernährung, die für alle Betroffenen geeignet ist. Sinnvoll kann es sein, gut verträgliche Lebensmittel zu wählen und stark fermentierbare Kohlenhydrate vorübergehend zu reduzieren. Diese können von Darmbakterien schnell verwertet werden und dadurch die Gasbildung im Darm erhöhen. Eine solche Einschränkung sollte jedoch nicht pauschal oder unnötig lange erfolgen. Entscheidend ist, welche Lebensmittel individuell gut vertragen werden.

    Welche Lebensmittel sich bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung eignen und welche eher gemieden werden sollten, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag »SIBO-Diät: Was du essen darfst – und was nicht«.

    Welche pflanzlichen Mittel können bei SIBO unterstützen?

    Zu den Pflanzenstoffen, die im Zusammenhang mit ihren antimikrobiellen oder verdauungsbezogenen Eigenschaften untersucht wurden, gehören:

    Pflanzenstoff

    Was ist untersucht?

    Tulsikraut (Heiliges Basilikum)

    Pattanayak et al. (2010)⁷ beschreiben in einer Übersichtsarbeit unter anderem antimikrobielle und entzündungsmodulierende Eigenschaften von Tulsi.

    Terminalia chebula

    Singh und Kumar (2013)⁸ zeigten in einer Laborstudie antimikrobielle Eigenschaften eines Extrakts aus Terminalia chebula gegenüber verschiedenen Bakterien.

    Amla

    Prananda et al. (2023)⁹ fassen in einer Übersichtsarbeit antioxidative, antimikrobielle und entzündungsmodulierende Eigenschaften verschiedener Amla-Inhaltsstoffe zusammen.

    Baikal-Helmkraut

    Jang et al. (2023)¹⁰ beschreiben unter anderem antibakterielle und entzündungsmodulierende Eigenschaften von Inhaltsstoffen wie Baicalin und Baicalein.

    Guduchi

    Ezhilarasu et al. (2023)¹¹ zeigten im Labor antibakterielle Wirkungen von Guduchi-Extrakten gegenüber verschiedenen multiresistenten Bakterien.

    Salbei

    Ghorbani und Esmaeilizadeh (2017)¹² beschreiben in einer Übersichtsarbeit unter anderem antimikrobielle und entzündungsmodulierende Eigenschaften von Salbei.

    Schafgarbe

    Moradi et al. (2013)¹³ beobachteten eine krampflösende Wirkung von Schafgarbenextrakt an isolierter Darmmuskulatur von Ratten.

    Knoblauch

    Ankri und Mirelman (1999)¹⁴ beschreiben antimikrobielle Eigenschaften des Knoblauch-Inhaltsstoffs Allicin gegenüber verschiedenen Mikroorganismen.

    Ingwer

    Wu et al. (2008)¹⁵ zeigten bei gesunden Erwachsenen, dass Ingwer die Magenentleerung beschleunigte und die Magenbewegung beeinflusste.


    Die Wirkung von pflanzlichen Mitteln bei SIBO hängt stark von der verwendeten Pflanze, dem Extrakt und der Dosierung ab.

    MADENA SiboVital® kombiniert zehn ausgewählte Pflanzenstoffe in einer Kapsel. Der Pflanzenkomplex vereint mehrere Inhaltsstoffe mit antimikrobiellen, entzündungsmodulierenden oder verdauungsbezogenen Eigenschaften und kann als Bestandteil einer natürlichen SIBO-Begleitung eingesetzt werden.

    Wie kann die Verdauung bei SIBO unterstützt werden?

    Die Verdauung kann bei SIBO je nach Ursache unter anderem durch Verdauungsenzyme, Bitterstoffe und Probiotika unterstützt werden. Die Maßnahmen setzen an unterschiedlichen Bereichen an: 

    1. Verdauungsenzyme helfen bei der Aufspaltung von Nahrungsbestandteilen, 
    2. Bitterstoffe können verschiedene Verdauungsprozesse beeinflussen
    3. und Probiotika auf das Darmmikrobiom einwirken. 

    Bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung können mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. Deshalb können Maßnahmen, die beispielsweise die Verdauung, das Darmmikrobiom oder die Darmbewegung unterstützen, an unterschiedlichen Stellen ansetzen und sich in ihren Funktionen ergänzen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von den möglichen Ursachen und den individuellen Beschwerden ab.

    1. Wie können Verdauungsenzyme bei SIBO helfen?

    Verdauungsenzyme können bei SIBO helfen, Nahrungsbestandteile besser aufzuspalten. Das kann besonders relevant sein, wenn die Fehlbesiedlung die Verdauung und Nährstoffaufnahme beeinträchtigt, etwa durch Veränderungen der Gallensäuren oder der Dünndarmschleimhaut.

    Übersicht relevanter Verdauungsenzyme bei SIBO

    Enzym

    Aufgabe und mögliche Bedeutung

    Lipase

    Spaltet Nahrungsfette. Eine Ergänzung kann bei eingeschränkter Fettverdauung und tatsächlichem Enzymmangel relevant sein.

    Protease

    Spaltet Eiweiße in kleinere Bestandteile.

    Amylase

    Spaltet Stärke und andere Kohlenhydrate.

    Lactase

    Spaltet Milchzucker. Bei gleichzeitig bestehender Laktoseunverträglichkeit kann eine Ergänzung sinnvoll sein.

    Papain & Bromelain

    Eiweißspaltende Enzyme aus Papaya beziehungsweise Ananas.


    Ianiro et al. (2016)¹⁶ beschreiben, dass eine zusätzliche Enzymzufuhr bei bestimmten Verdauungsstörungen sinnvoll sein kann. Bei SIBO sollte sie vor allem dann erwogen werden, wenn Hinweise auf eine eingeschränkte Verdauungsleistung oder Unverträglichkeit bestehen.

    Wichtig: Bei Enzympräparaten ist die angegebene Enzymaktivität aussagekräftiger als die reine Mengenangabe in Milligramm, weil sie zeigt, wie wirksam das Enzym Nahrungsbestandteile aufspaltet.

    MADENA EnzyVital® kombiniert verschiedene Verdauungsenzyme wie Lipase, Protease, Amylase und Lactase mit weiteren Inhaltsstoffen wie Calciumcitrat und Rutin. Der Enzymkomplex kann die Aufspaltung verschiedener Nahrungsbestandteile unterstützen.

    2. Wie können Bitterstoffe bei einer Dünndarmfehlbesiedlung die Verdauung unterstützen?

    Bitterstoffe können die Verdauung unterstützen, indem sie über Bitterrezeptoren im Magen-Darm-Trakt verschiedene Verdauungsprozesse beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Magensäure, Verdauungshormone und die Magen-Darm-Bewegung. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt vom jeweiligen Bitterstoff beziehungsweise Pflanzenextrakt ab.

    Kirchhoff et al. (1994)¹⁹ beobachteten bei 20 Personen, dass ein Artischockenextrakt den Gallenfluss anregte. Die Galle spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Fetten.

    MADENA BitterGlück® kombiniert 18 verschiedene Bitterkräuter-Extrakte, darunter Enzianwurzel, Wermut, Artischocke, Löwenzahn und Ingwer. Die Bitterstoffmischung kann als Bestandteil einer natürlichen SIBO-Begleitung eingesetzt werden, um die normalen Verdauungsprozesse zu unterstützen.

    3. Welche Rolle spielen Probiotika bei einer natürlichen SIBO-Behandlung?

    Probiotika können bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Dünndarms eine ergänzende Rolle spielen und das Darmmikrobiom beeinflussen. In Studien wurden unter anderem folgende Bakterienarten untersucht:

    • Lactobacillus rhamnosus
    • Bifidobacterium longum
    • Bifidobacterium lactis

    Fernando Niño et al. (2024)²⁰ fanden in einer Meta-Analyse Hinweise darauf, dass Probiotika einen positiven Einfluss auf Atemtestergebnisse haben können.

    Die Wirkung von Probiotika bei einer Fehlbesiedlung des Dünndarms hängt vom jeweiligen Stamm ab. Die Ergebnisse zu einem bestimmten Stamm lassen sich deshalb nicht automatisch auf andere Stämme derselben Art übertragen.

    MADENA SiboEx® kombiniert verschiedene probiotische Kulturen mit L-Glutamin und vereint damit zwei Ansätze, die auf das Darmmikrobiom und die Darmbarriere abzielen.

    4. Sollte man Präbiotika bei einer Dünndarmfehlbesiedlung meiden?

    Präbiotika müssen bei einer Dünndarmfehlbesiedlung nicht grundsätzlich gemieden werden, können aber individuell schlechter vertragen werden. Stark fermentierbare Ballaststoffe können beispielsweise die Gasbildung verstärken.

    Furnari et al. (2010)²² beobachteten, dass die Kombination aus teilweise hydrolysierter Guarkernfaser und dem Antibiotikum Rifaximin häufiger zu einem unauffälligen Atemtest führte als Rifaximin allein.

    Ob Präbiotika bei einer bakteriellen Fehlbesiedlung geeignet sind, hängt deshalb von Art, Menge und individueller Verträglichkeit ab.

    Welche Bedeutung hat die Magensäure bei SIBO?

    Magensäure unterstützt die Eiweißverdauung und bildet eine natürliche Barriere gegen aufgenommene Mikroorganismen. Eine dauerhaft verminderte Säurebarriere kann deshalb eine Fehlbesiedlung des Dünndarms begünstigen.

    Su et al. (2018)²³ fanden in einer Meta-Analyse einen Zusammenhang zwischen der Einnahme magensäurehemmender Protonenpumpenhemmer und einem erhöhten Auftreten von SIBO.

    Eine Dünndarmfehlbesiedlung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass zu wenig Magensäure vorhanden ist. Beschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl reichen nicht aus, um einen Magensäuremangel festzustellen.

    Überblick: Welche Stoffe können die Magenverdauung unterstützen?

    Folgende Stoffe können die Magenverdauung auf unterschiedliche Weise unterstützen:

    Stoff

    Funktion

    Betain-HCl

    Kann den pH-Wert im Magen vorübergehend senken. Yago et al. (2013)²⁴ zeigten diesen Effekt bei sechs gesunden Personen mit medikamentös reduzierter Magensäure.

    Apfelessigpulver

    Enthält organische Säuren wie Essigsäure und wird traditionell zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt.

    Pepsin / Proteasen

    Unterstützen die Aufspaltung von Eiweiß. Körpereigenes Pepsin benötigt ein saures Milieu, um aktiv zu werden. 

    Enzianwurzel

    Gehört zu den traditionellen Bitterpflanzen zur Unterstützung der Verdauung.

    Riboflavin

    Trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei.

     

    MADENA GastroGlück® kombiniert unter anderem Betain-HCl, Pepsin, Proteasen, Enzianwurzel, Apfelessigpulver und Riboflavin zur Unterstützung der Magenverdauung.

    Wie kann die Darmbewegung bei SIBO unterstützt werden?

    Die Darmbewegung kann bei SIBO vor allem durch Prokinetika unterstützt werden. Diese Mittel regen die Bewegung von Magen und Darm an und können besonders dann relevant sein, wenn der Darminhalt zu langsam weitertransportiert wird.

    Zwischen den Mahlzeiten sorgt der sogenannte Migrating Motor Complex (MMC) für eine natürliche Reinigungsbewegung des Dünndarms, durch die Nahrungsreste und Bakterien weitertransportiert werden.

    Pimentel et al. (2009)²⁵ fanden Hinweise darauf, dass Medikamente zur Förderung der Darmbewegung das erneute Auftreten von Beschwerden hinauszögern können.

    Wie kann ich einen SIBO-Rückfall verhindern?

    Ein SIBO-Rückfall lässt sich nicht sicher verhindern, das Risiko kann aber gesenkt werden, wenn mögliche Ursachen der Fehlbesiedlung berücksichtigt werden. Besonders wichtig sind eine normale Darmbewegung und die Abklärung begünstigender Faktoren. Hilfreich können sein:

    • eine gestörte Darmbewegung erkennen und behandeln
    • mögliche Grunderkrankungen oder anatomische Ursachen abklären
    • langfristige Säureblocker ärztlich überprüfen lassen
    • nach einer eingeschränkten Ernährung wieder möglichst vielfältig essen

    Lauritano et al. (2008)²⁶ zeigten, dass bei einem Teil der Behandelten innerhalb weniger Monate erneut Hinweise auf SIBO im Atemtest auftraten: nach drei Monaten bei 12,6 %, nach sechs Monaten bei 27,5 % und nach neun Monaten bei 43,7 %.

    FAQ: Natürliche SIBO-Behandlung

    Kann SIBO von selbst wieder verschwinden?

    Ob SIBO auch ohne Behandlung von selbst verschwinden kann, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Wichtig ist vor allem, mögliche Ursachen der Fehlbesiedlung zu erkennen und zu berücksichtigen.

    Ist SIBO ansteckend?

    Nein, SIBO gilt nicht als ansteckend. Die Fehlbesiedlung entsteht meist durch Veränderungen im eigenen Verdauungssystem, zum Beispiel wenn der Darm zu langsam arbeitet, zu wenig Magensäure vorhanden ist oder andere Schutzmechanismen gestört sind.

    Kann man SIBO trotz unauffälligem Atemtest haben?

    Ja. Ein unauffälliger Atemtest kann SIBO nicht sicher ausschließen, weil die Tests nicht jede Fehlbesiedlung erkennen. Losurdo et al. (2020)²⁹ zeigten in einer Meta-Analyse, dass der Lactulose-Atemtest nur etwa 42 % und der Glukose-Atemtest etwa 55 % der untersuchten SIBO-Fälle erkannte.

    Muss SIBO immer behandelt werden?

    Ob SIBO behandelt werden sollte, hängt vor allem von den Beschwerden und der persönlichen Situation ab. Die ACG-Leitlinie (Pimentel et al., 2020)⁵ empfiehlt eine Behandlung mit Antibiotika, insbesondere dann, wenn SIBO Beschwerden verursacht. Die wissenschaftliche Datenlage dazu ist allerdings noch begrenzt.

    Was ist der Unterschied zwischen SIBO und Reizdarm?

    Bei SIBO befinden sich zu viele oder ungünstig zusammengesetzte Bakterien im Dünndarm. Beim Reizdarmsyndrom ist dagegen das Zusammenspiel zwischen Darm und Nervensystem gestört. Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen und Veränderungen des Stuhlgangs. SIBO und Reizdarm können ähnliche Beschwerden verursachen und auch gleichzeitig auftreten, sind aber nicht dasselbe.

    Wissenschaftliche Quellen

    ¹ Sellge G, Ockenga J. Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms (SIBO) – Therapie, Ernährung, Mikrobiom [Small intestinal bacterial overgrowth (SIBO) - Therapy, nutrition, microbiome]. Dtsch Med Wochenschr. 2024;149(18):1071-1079. doi:10.1055/a-2205-5794
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    ³ Chedid V, Dhalla S, Clarke JO, et al. Herbal therapy is equivalent to rifaximin for the treatment of small intestinal bacterial overgrowth. Glob Adv Health Med. 2014;3(3):16-24. doi:10.7453/gahmj.2014.019
    ⁴ Min M, Nadora D, Chakkalakal M, et al. An Oral Botanical Supplement Improves Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO) and Facial Redness: Results of an Open-Label Clinical Study. Nutrients. 2024;16(18):3149. Published 2024 Sep 18. doi:10.3390/nu16183149
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    ⁶ Shah SC, Day LW, Somsouk M, Sewell JL. Meta-analysis: antibiotic therapy for small intestinal bacterial overgrowth. Aliment Pharmacol Ther. 2013;38(8):925-934. doi:10.1111/apt.12479
    ⁷ Pattanayak P, Behera P, Das D, Panda SK. Ocimum sanctum Linn. A reservoir plant for therapeutic applications: An overview. Pharmacogn Rev. 2010;4(7):95-105. doi:10.4103/0973-7847.65323
    ⁸ Singh G, Kumar P. Extraction, gas chromatography-mass spectrometry analysis and screening of fruits of Terminalia chebula Retz. for its antimicrobial potential. Pharmacognosy Res. 2013;5(3):162-168. doi:10.4103/0974-8490.112421
    ⁹ Prananda AT, Dalimunthe A, Harahap U, et al. Phyllanthus emblica: a comprehensive review of its phytochemical composition and pharmacological properties. Front Pharmacol. 2023;14:1288618. Published 2023 Oct 26. doi:10.3389/fphar.2023.1288618
    ¹⁰ Jang JY, Im E, Kim ND. Therapeutic Potential of Bioactive Components from Scutellaria baicalensis Georgi in Inflammatory Bowel Disease and Colorectal Cancer: A Review. Int J Mol Sci. 2023;24(3):1954. Published 2023 Jan 19. doi:10.3390/ijms24031954
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    Weitere Quellen

    ³³ European Commission. Commission Regulation (EU) No 432/2012 of 16 May 2012 establishing a list of permitted health claims made on foods. Off J Eur Union. 2012;L136:1-40.


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